Kompetenz - dynamisches Können - kann, aufgrund der Schwierigkeiten mit der Abbildung und Erfassung nie vollständig beschrieben werden. Außerdem müssen bei jeder Beschreibung die Perspektiven und Interessen des (oder der) Beschreibenden berücksichtigt werden.

 

Im wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten der Beschreibung von Kompetenz, die auch miteinander verbunden werden können:

 

  1. Darstellungen der Situationen kompetenten Handelns, also der Anforderungen, die an das Handeln gestellt werden
  2. Darstellungen des kompetenten Handelns selbst und der damit verbundenen Überlegungen, Erkenntnisse und Reflexionen

 

Zur Beschreibung dienen dann entweder ausführliche Situations- und Handlungsdarstellungen. Sie werden häufig für den Nachweis von Kompetenz genutzt.

Oder Kompetenz wird anhand bestimmter Merkmale und auf Basis eines festen Vokabulars in Taxonomien oder Klassifikationsschemata eingeordnet. 

 Klassifikationsschemata liegen Kompetenzrahmen und teilweise Anrechnungsverfahren zugrunde. Außerdem können sie genutzt werden, um Kompetenz durch Schemata oder Akzentuierung zu strukturieren.

Learning Outcomes - Lernergebnisse


Ein mögliches Merkmal für Kompetenzbeschreibungen sind die Ergebnisse und Folgen (engl.: "Outcomes") kompetenten Handelns. Sie alleine reichen aber sicher nicht aus, um Kompetenz zu kennzeichnen.

 

"Learning Outcomes" (dt.: "Lernergebnisse") werden speziell in Qualifikationsrahmen wie dem EQF oder dem DQR genutzt, um die Ergebnisse von Lernprozessen zu beschreiben: "Lernergebnisse: Aussagen darüber, was ein Lernender weiß, versteht und in der Lage ist zu tun, nachdem er einen Lernprozess abgeschlossen hat." Meistens werden mit Lernergebnissen Qualifikationen, nicht aber Kompetenzen beschrieben.

 

Allerdings sind diejenigen "Learning Outcomes", die wirklich Können ("in der Lage sein, etwas zu tun") beschreiben, eine der wenigen Möglichkeiten, eine Brücke zwischen Qualifikation und Kompetenz zu schlagen. Denn traditionell orientiert sich das Bildungssystem am Input: Lehrende vermitteln in Unterricht, Vorlesung oder Seminar Lehrstoff, dessen Beherrschung abgeprüft wird. Werden dagegen Qualifikationsanforderungen als Lernergebnisse formuliert, sind sie vom Lehrenden und der vermittelnden Institution unabhängig. Entscheidend ist dann, was beherrscht und gekonnt wird. Da Kompetenzbeschreibungen immer Können darstellen, ergeben sich Vergleichsmöglichkeiten.

 

Ausführlich mit den Grundlagen von Learning Outcomes und Ihrer Formulierung im hochschulischen Kontext beschäftigt sich: Schermutzki, M.: Learning outcomes – Lernergebnisse: Begriffe, Zusammenhänge, Umsetzung und Erfolgsermittlung. Lernergebnisse und Kompetenzvermittlung als elementare Orientierungen des Bologna-Prozesses. In: Handbuch Qualität in Studium und Lehre : Evaluation nutzen, Akkreditierung sichern, Profil schärfen. Berlin: Raabe, 2009.

 

Die Verwendung von "Outcomes" oder "Lernergebnissen" ändert aber nichts an den Schwierigkeiten und Einschränkungen, die mit der Beschreibung von Kompetenz verbunden sind.

 

Sehr ausführlich mit Gebrauch, Schwierigkeiten und Missverständnissen bei der Nutzung von Learning Outcomes befasst sich eine Publikation der Europäischen Union: European Commission: Using learning outcomes - European Qualifications Framework Series: Note 4. Luxembourg: Publications Office of the European Union, 2011.  Sie ist aber vor allem für Spezialisten gedacht.

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