Kompetenz ist strukturierbar durch Schemata

 

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Kompetenz in Kompetenzen zu unterteilen. Ziel ist dabei, Kompetenz detaillierter charakterisieren zu können.

 

Ein typisches Schema unterteilt Kompetenz in fachliche, methodische, soziale und individuelle Kompetenzen. Diese Einteilung ist aber umstritten:

 

  • Ermöglicht das Schema wirklich, dynamisches Können genauer zu beschreiben? Oder wird hier Können eher in unzusammenhängende Fragmente zerlegt?

 

  • Sind die vier Bereiche - Fach-, Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen - wirklich vergleichbar?

 

  • Sind nicht Methodenkompetenzen integraler Bestandteil der anderen Bereiche? Was nützen Methoden ohne inhaltlichen Bezug?

 

  • Lassen sich die vier Bereiche wirklich sauber trennen? Sind nicht in vielen Domänen Sozialkompetenzen Teil der Fachkompetenzen?

 

  • Sind Fachkompetenzen wirklich von Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen zu trennen? In domänenspezifischen Rahmen sind Kompetenzen entlang fachlicher Anforderungen strukturiert. Sie folgen also einer anderen Logik. Methoden-, Sozial- und Selbstkompetenzen sind in die jeweiligen Fachkompetenzen integriert.

 

Allgemeingültige Schemata und Kompetenzzuordnungen gibt es nicht und kann es auch nicht geben. Die Art der Einteilung hängt von der Perspektive und den Interessen derjenigen ab, die solche Schemata entwickeln und anwenden.

 

Schemata zur Einteilung von Kompetenz können daher nur Hilfmittel zur Verständigung sein, sie können ein Vokabular bereitstellen. So gesehen macht die Aufteilung in Kompetenzen oder Kompetenzbereiche dynamisches Können greifbarer. Sie ermöglicht das Erstellen von Kompetenzprofilen. Aber einzelne Kompetenzen können immer nur einzelne Aspekte unter bestimmten Gesichtspunkten darstellen. Sie sind mit einer Laterne vergleichbar: Ein Betrunkener sucht unter einer Straßenlaterne seinen Schlüssel. Ein vorbeikommender Passant hilft ihm. Nach langem Suchen fragt der Passant, ob der Mann den Schlüssel hier verloren hat. Da antwortet der Betrunkene: „Nein, nicht hier, da hinten - aber hier ist es hell.“

 

Ähnliches gilt für die Akzentuierung einzelner Kompetenzen: Bestimmte, häufig wichtige Aspekte werden so hervorgehoben.

Menge - Teilmengen - Iterationen

Eine sehr ausführliche Übersicht über unterschiedliche Möglichkeiten, Kompetenz zu beschreiben und einzuteilen gibt:

Erpenbeck, J., Rosenstiel, L. v. (Hrsg.): Handbuch Kompetenzmessung. Erkennen, verstehen und bewerten von Kompetenzen in der betrieblichen, pädagogischen und psychologischen Praxis. Stuttgart: Schäffer-Poeschel, (2.Aufl.) 2007.

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