Kompetenz verbindet Handeln und Lernen im Kontext - emergent

Die Entwicklung von Kompetenz setzt die Möglichkeit emergenter Entwicklung voraus. Emergenz bezeichnet in komplexen Systemen das plötzliche Auftauchen von neuer Systemebenen oder -eigenschaften, die nicht durch die Eigenschaften oder vorhandenen Beziehungen der beteiligten Elemente erklärt werden können. Diese selbstorganisierende Systemdynamik wird auch mit "das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile" gekennzeichnet.

Kompetenz selbst, dynamisches Können, ist oftmals Ergebnis einer emergenten Entwicklung: Wenn die Prozesse des handelnden Lernens und lernenden Handelns eine positive Eigendynamik gewinnen und Individuen völlig neue Fähigkeiten erwerben, entwickeln sie sich selbst substantiell weiter. Allerdings sind solche Kompentenzentwicklungsprozesse offen: weder ihr Verlauf noch ihre Ergebnisse lassen sich exakt steuern.

 

 

 

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Riedl, R.: Strukturen der Komplexität: Eine Morphologie des Erkennens und Erklärens. Berlin u.a.: Springer, 2000.

Schmidt, J.C.: Einheit und Vielheit von Selbstorganisation in der Physik. In: Abel, G. (Hrsg.): Kreativität. XX. Deutscher Kongress für Philosophie. Bd.1, S. 299-310. Berlin: Universitätsverlag der TU Berlin, 2005.

Wilkening, F., Cacchione, T.: Theorien dynamischer Systeme in der Entwicklungspsychologie. In: Hasselhorn, M., Schneider, W.: Handbuch der Entwicklungspsychologie. S. 49-61. Göttingen u. A.: Hogrefe, 2007.

 

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